Zack, da ist er – der erste Ausblick auf den neuen VW T6. Auf der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover (25. September bis 3. Oktober) soll der VW Tristar zeigen, in welche Richtung es beim nun offiziell für 2015 angekündigten T6 gehen soll. Doch eh wir uns mit der auf der Messe gezeigten, 4,89 Meter kurzen Pritsche – die VW selbst als „Extended Cab“ bezeichnet – näher beschäftigen, sei gesagt: Nötig hat VW die Neuauflage der T-Reihe anscheinend nicht. Sicher, nach mehr als zehn Jahren Bauzeit ist der T6 fällig, doch die Verkaufszahlen des aktuellen T5 können sich auch nach der Präsentation von neuer Mercedes V-Klasse oder Opels neuem Vivaro sehen lassen.

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In den ersten acht Monaten des Jahres habe die Marke bei den weltweiten Auslieferungen der T5 Baureihe um rund sechs Prozent auf 108.000 Exemplare zugelegt, heißt es aus Hannover. Im Einzelmonat August seien rund 14 Prozent mehr T5 an Kunden ausgeliefert worden als im vergleichbaren Vorjahresmonat. Die Auftragseingänge seien seit Anfang des Jahres so stark gestiegen, dass im Stammwerk der Marke in Hannover, wo der Löwenanteil des T5 gefertigt werde, die Kapazitätsgrenze erreicht wird. Um der Nachfrage gerecht zu werden, sei ein neues Nachtschichtsegment eingerichtet worden und die bestehenden Aufträge reichten bis weit in das erste Quartal 2015 hinein, heißt es weiter.

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Dennoch: Natürlich freuen wir uns auf den neuen T6 und wollen uns daher den VW Tristar nun etwas genauer anschauen. Benannt ist die in Hannover gezeigte Studie nach einer T3 Doka (Doppelkabine) mit Allradantrieb (Syncro) aus den 80er Jahren. Diesem Uran gemein hat die Studie die Pritsche und den Allradantrieb (permanent, mit mechanischer Hinterachssperre). Die Doppelkabine mit vier Türen musste der großen Kabine mit zwei Türen (Extended Cab, einer Mischung aus SingleCab und DoubleCab) weichen. Unter der Haube arbeitet ein Zweiliter-TDI mit 204 PS (bei 4.000 U/min) und 450 Newtonmeter Drehmoment (bei 1.400 U/min). Das Diesel-Aggregat ist abgeleitet vom 240 PS starken Power-Diesel im neuen Passat und soll den Tristar in 10,0 Sekunden auf Tempo 100 bringen. Die Höchstgeschwindigkeit gibt VW mit 185 km/h an.

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Um den Aktionsradius des Allradantriebs nicht auf schlecht befestigte Straßen zu beschränken, wurde der Tristar 30 Millimeter höher gelegt und mit 17 Zoll messenden 245er Reifen mit Stollen bestückt. Für alle Fälle ist sogar ein gleichwertiges Reserverad mit an Bord. Es ist auf der Ladefläche verstaut, was die Kapazität der Pritsche allerdings weiter verkleinert. Zum Vergleich: Der aktuelle T5 ist knapp zehn Zentimeter länger als der Tristar, die T5 Pritsche ist mit über fünf Metern Länge sogar noch ein deutliches Stück größer als die gezeigte Studie. Dafür kann diese mit einer staub- und wasserdichten „Schublade“ unterhalb des Ladebodens aufwarten.

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Auf die Spielereien des Innenraums (Videokonferenzsysteme, Espressomaschine etc.) wollen wir lieber nicht weiter eingehen, doch einen Blick auf das umgestaltete Armaturenbrett sollte man dennoch werfen.

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Gleiches gilt natürlich für die Optik des VW Tristar, der mit einem neuen Vorderwagen und jeder Menge scharfer Kanten daher kommt.

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Die schwarzen Kunststoff-Beplankungen an der Flanke erinnern derweil stark an den zuletzt gezeigten T5 Alltrack.

Galerie: VW Tristar Concept 2014