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VW Polo 2014 (1)Die fünfte Generation des Polo erhält nach fünf Jahren ein Facelift doch man muss schon genau hinschauen, um die äußerlichen Änderungen zu erkennen. Unter dem Blech hat sich da deutlich mehr getan. Neue Motoren, mehr Assistenzsysteme und ein modernisiertes In-Car-Entertainment-System sollen den Erfolg des Wolfsburger Kleinwagens für die nächsten Jahre festigen. Eine erste Testfahrt zeigt, ob die Neuerungen spürbar sind. Der Einstieg in die Welt des Polos beginnt bei 12.450 Euro. Dafür erhält der Käufer 60 PS aus 999 cm³ verteilt auf drei Zylinder, sowie ESP, ABS, sechs Airbags, Isofix auf der Rückbank, elektrische Fensterheber, Zentralverriegelung, Servolenkung, Multifunktionsanzeige, Komfortblinken, einen Berganfahrassistenten, sowie eine in Höhe- und Länge einstellbare Lenksäule. Ganz neu kommt jetzt auch eine Multikollisionsbremse dazu, die im Falle eines Unfalls den Polo automatisch abbremst, um eine Folgekollision zu verhindern. Was beim Basis-Polo überrascht: Man fühlt sich ausreichend motorisiert aber mangelhaft temperiert, denn eine Klimaanlage gehört in der „Trendline“ Basis nicht zum Ausstattungsumfang und ist erst für 950 Euro zusätzlich erhältlich.

VW Polo 2014 (6)Richtig Fahrspaß kommt bei den benzinbetriebenen Polos erst mit dem 1.2 Liter TSI-Motor auf, der in der „Comfortline“ ab 15.975 Euro startet. Dank Turbolader kommt der kleine Vierzylinder nicht nur auf 90 PS, sondern auch auf unterhaltsame 160 Newtonmeter Drehmoment, die den Polo auf unserer Route durch das bayrische Voralpenland zum munteren Kurvenräuber macht. Die 1.800 Euro Aufpreis für die ab Ausstattungsreihe „Highline“ erhältlichen 110 PS (bei baugleichem Motor) kann man sich daher getrost sparen. Und ja, das können die Niedersachsen: Fahrwerksabstimmungen, die Vertrauen schaffen, präzise sind und nicht über Gebühr straff abrollen.

VW Polo 2014Das gilt auch für den von uns gefahrenen Polo „Fresh“ mit dem brandneuen, 90 PS starken 1,4-Liter-Dreizylinder-Diese. Mit diesem Sondermodell soll die Frische des Facelifts zur Markteinführung unterstreichen werden. Jedoch schiebt der aktuell stärkste Diesel den Polo mit leichter Anfahrschwäche bedenklich nah an die 20.000 Euro Schwelle. Da hilft auch der geringe Verbrauch (3,4 Liter nach NEFZ) und der kultivierte Lauf des Selbstzünders nicht, denn die Liste der optionalen Ausstattungspunkte macht den Polo nicht nur noch sicherer, sondern auch erschreckend teuer. Hier ein kleiner Auszug: Umfeldbeobachtungssystem mit City-Notbremssystem (290 Euro), Tempomat mit automatischer Distanzregelung (500 Euro), Rückfahrkamera (270 Euro).

VW Polo 2014 (3)Doch nicht nur die Assistenzsysteme sind für diese Klasse beeindruckend, sondern auch das neue optionale Multimedia- und Navigationssystem mit 6,5-Zoll-Touchscreen. Hier motiviert der „BlueMotion Trainer“ zu einer kraftstoffsparenden Fahrweise und die erstmals im Konzern verbaute MirrorLink Technologie ermöglicht die Nutzung der Apps des eigenen Smartphones auf dem Polo Bildschirm. Bei „MirrorLink“ handelt es sich um einen neuen internationalen Standard eines Car Connectivity-Konsortiums, dem viele Auto- und Elektronikhersteller angehören. Nur die Marke mit dem angebissenen Apfel als Logo geht mal wieder einen eigenen Weg. Kurz: iPhone Nutzer müssen beim Polo leider draußen bleiben.

Die inneren Werte der überarbeiteten fünften Generation Polo überzeugen also, doch reicht das aus, den Kaufreiz zu stimulieren? Wir sind nicht ganz von dem Ansatz überzeugt, den Polo von außen nahezu unverändert zu lassen, denn auch bei einem technisch soliden und optisch ansprechenden Fahrzeug hilft der Reiz der sichtbar überarbeiteten Optik beim Kaufentscheid.

Galerie: VW Polo 2014

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