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Schon vor einigen Wochen berichteten die ersten Magazine von einer möglichen „Evo“-Variante des 300 PS starken VW Golf R. Nun scheint es, ließen die Wolfsburger die Katze tatsächlich aus dem sprichwörtlichen Sack.

Auf der Auto China in Peking zieht der Golf R400 Concept die Blicke auf sich und spätestens beim Blick aufs Datenblatt wird klar: Das könnte ein wirklich gelungenes Geschenk zum 40. Geburtstag des VW Golf sein, der seit 1974 produziert wird. Zu einer möglichen Serienfertigung oder gar einem Preis äußerte man sich freilich noch nicht.

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Golf-R400-(6)Unter der Haube des R400 Concept arbeitet der bereits aus dem Golf R (300 PS) bekannte und mit Zutaten aus dem VW Polo R WRC aufgewertete Zweiliter-TSI, der es im gezeigte Concept auf muntere 400 PS (bei 7.200 U/min) und 450 Newtonmeter (2.400 – 6.000 U/min) bringt. Diese Power soll den Über-Golf in 3,9 Sekunden auf 100 km/h bringen. Bei Tempo 280 wird der elektronische Riegel vorgeschoben.

Angetrieben werden selbstredend alle vier Räder (Haldex-5-Kupplung), geschaltet wird über ein Sechsgang-DSG mit Paddels am Lenkrad.  Parallel zu der als Längssperre fungierenden Haldex-Kupplung übernehmen die in das elektronische Stabilisierungsprogramm (ESC) integrierten elektronischen Differenzialsperren (EDS) die Funktion von Quersperren. Darüber hinaus ist der Golf R 400 ebenso an der Vorder- und Hinterachse mit dem System XDS+ ausgestattet, das bei schneller Kurvenfahrt die kurveninneren Räder anbremst und so als Quer-Sperrdifferenzial das Lenkverhalten optimiert.

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Last but not least besitzt der Golf R 400 analog zum Serienmodell die Funktion „ESC Sport“. Aktiviert wird das System über einen zweistufigen Schalter auf der Mittelkonsole. Drückt der Fahrer die Taste einmal kurz, schaltet die Electronic Stability Control (ESC) in den Modus „ESC Sport“. Bei sehr schnellen und kurvenreichen Fahrten – etwa auf der Rennstrecke – spricht das ESC in der Folge später an und ermöglicht so nochmals agilere Handlingeigenschaften. Wird die ESC-Taste länger als drei Sekunden gedrückt, wird das System indes für den professionellen Einsatz auf der Rennstrecke komplett deaktiviert.

Motorsport-Optik
Das Volkswagen Design hat den Golf R400 weitreichend neu gestaltet. Um unter anderem die aufgrund ihrer vergrößerten Einpresstiefe deutlich weiter nach außen versetzten 19-Zoll-Felgen aufnehmen zu können, wurde die Karosserie an jeder Seite um 20 mm verbreitert. Vorn entwickelten die Designer dazu komplett neue Kotflügel, die – als moderne Interpretation des legendären Rallye Golf G60 (ab 1988) – deutlich ausgestellt sind. Analog dazu wurden die hinteren Seitenteile des Golf R400 über den Radhäusern verbreitert. Bestandteil der neuen Kotflügel und Seitenteile sind die in Wagenfarbe lackierten Radläufe. Darüber hinaus kennzeichnet die Seitenpartie nach unten hin ein umlaufender Splitter aus Sichtkarbon, ein aus dem Motorsport abgeleitetes, sehr flaches Aerodynamikelement.

Detail am Rande: Die Fasern des mit Mattlack überzogenen Sichtkarbons sind in Fahrrichtung gestellt und unterstreichen so als pfeilförmige Elemente die Dynamik des R400. Oberhalb des Splitters passten die Designer auch die Seitenschweller den neuen Konturen an und schufen so einen homogenen Anschluss an die neu gestalteten Radläufe.

Neu gestaltet haben die Designer auch die FrontPartie des Golf R400. Unterhalb des hochglänzend schwarzen Kühlergrills mit „R Logo“ auf einem Untergrund in „Lemongelb“ kennzeichnet den Golf R400 eine ebenfalls in „Lemongelb“ ausgeführte Linie – analog zum Golf R (Chrom-Linie), Golf GTI (rote Linie) und zum neuen Golf GTE (blaue Linie) schließt sie den Grill nach unten hinten ab und findet links und rechts ihre Fortsetzung in den Scheinwerfern. Unterhalb dieser Linie folgt im Golf R400 ein zusätzlicher Lufteinlass, um dem erhöhten Kühlbedarf des Wagens gerecht zu werden.

Komplett neu gestaltet wurde zudem der Stoßfänger: Die Lufteinlässe werden von einem Flügelelement aus Sichtkarbon umfasst. Zwischen dem Aerodynamikelement aus Sichtkarbon und den hochglänzend schwarzen Flügeln (sowie innerhalb dieser schwarzen Flügelelemente) gibt es ein Schutzgitter, dessen wabenförmige Struktur an Fahrzeuge aus dem Rennsport erinnern soll. Analog zur Silhouette gibt es auch vorn einen aus dem Motorsport abgeleiteten Splitter in Sichtkarbon.

Die rundumlaufenden Motorsport-Splitter gehen hinten in einen Diffusor über, der analog zum vorderen Flügelelement leicht aus der Karosserie herausragt. Hier integriert: die zwei zentralen Endrohre der Abgasanlage. Im Gegensatz zum Golf R mit seinen vier Endrohren (je zwei links und rechts) zitiert der Golf R 400 den Golf R32 – das 2002 vorgestellte Urmodell der R-Serie. Im Detail sind es zwei polierte Endrohre mit einem Durchmesser von 110 mm, die in einem Abstand von 200 mm zueinander angeordnet sind und leicht nach oben ragen. Sie besitzen zudem ein von außen sichtbares Innenteil, das wiederum das Wabendesign des vorderen Lufteinlasses aufnimmt.

Natürlich wurde auch der Heckstoßfänger  neu gestaltet: Im äußeren Bereich gibt es einen Karboneinsatz in C-Form (rechts gespiegelt). Im unteren horizontalen Bereich des C ist der Reflektor integriert. Der vertikale Bereich ragt leicht aus dem Stoßfänger heraus und beherbergt eine Radhausentlüftung.

Das schwarze Dach geht in den ebenfalls schwarzen Dachspoiler über. Der besteht aus zwei Ebenen: Von hinten betrachtet, fällt der Blick durch die zwei übereinander „fliegenden“ Spoiler hindurch auf das Dach.

Golf-R400-(5)Individuelles Cockpit
Im Interieur wurde der Golf R400 ebenfalls weitreichend individualisiert und hebt sich somit deutlich vom Serien-Golf R ab. Fahrer und Beifahrer nehmen auf Rennsport-Schalensitzen mit integrierten Kopfstützen und Gurtdurchführungen Platz. Die quer gesteppten Sitzmittelbahnen sind in Alcantara (Farbton „Anthrazit“) ausgeführt, die Bereiche in Kopfhöhe und die Innenflächen der Seitenwangen sowie die Außenseiten der Sitze zeigen indes exklusives „Carbonleder“. Die Ziernähte und die Biesen (Kontrastnähte auf den Seitenwangen) sollen mit dem frischen Farbton „Lemongelb“ einen Kontrast bilden.

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In den Rücklehnen der Vordersitze befindet sich ein in das Leder gesticktes „R“ Logo. Die Einzelsitzanlage im Fond ist in den Außenbereichen der ebenfalls in „Carbonleder“ ausgeführt, die Innenflächen sind auch hier mit Alcantara bezogen. Der Bereich zwischen den zwei Sitzen ist in schwarzem „Nappaleder“ gearbeitet.

Carbon ist auch das dominierende Material für die Applikationen in den Türen sowie und in der Schalttafel auf der Beifahrerseite. Die Dekore der Mittelkonsole, die Einfassung des Cockpits und die Blenden um die Luftausströmer sind indes in glänzend schwarzem Klavierlack gehalten. Carbonleder veredelt die Tür-Inserts, die Türauflagen zieren Kontrastnähte in „Lemongelb“. Im Bereich der Tür-Applikationen und der Edelstahleinstiegsleisten gibt es eine weiße Ambientebeleuchtung. Carbonleder prägt das im „R“ Design gestaltete Dreispeichen-Sportlederlenkrad. Alle Lederelemente werden auch hier durch Ziernähte in der Kontrastfarbe „Lemongelb“ individualisiert.

Galerie: VW Golf R400 Concept

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