Hätte man vor einiger Zeit dem Ex-Werksfahrer Henrard und seinem Co-Piloten Bruno Barbier gesagt, sie würden bei der Rally Dakar mit einem Käfer antreten, die Beiden hätten diesen Irren vermutlich für verrückt erklärt. Doch die Rallye-Interpretation von „Herbie“, der von seinen belgischen Machern auf den Namen Dunbee getauft wurde, schlägt sich wacker und damit besser als viele andere Konkurrenten. Am Ruhetag (Tag 10 von 17) lag „Dunbee“ auf dem 36. Platz von 143 in Buenos Aires gestarteten Teams. Nur 72 erreichten die Zwischenetappe in Iquique, Chile. Von dort aus geht es zum einzigen Stopp in Bolivien, Uyuni, wieder zurück nach Iquique, um über eine andere Route zur Ziellinie in Buenos Aires zu fahren.

Stephane Henrard (5)

„Dunbee“ soll den Einstieg in die Rallye Dakar für Privatfahrer erleichtern, denn an die professionellen Buggies von SMG oder schwere Top-Fahrzeuge trauen diese sich nur sehr selten heran. Dabei spielt auch der Preis eine Rolle: Ein Komplettpaket im Team Dunbee soll im kommenden Jahr zwischen 150.000 und 180.000 Euro kosten – ein Bruchteil im Vergleich zu den „Großen“ des Starterfeldes, die erst bei 500.000 Euro anfangen. Und der Wüstenkäfer hat noch andere Qualitäten.

Stephane Henrard (15)

Sein geringes Gewicht von lediglich 1.300 Kilogramm spielt ihm nicht nur bei den Fahrleistungen in die Karten. Denn der mit dem 250 PS starken V6-TDI aus dem Touareg befeuerte Hecktriebler lässt sich dank Servolenkung, langem Federweg und einem Fünfgang-Renngetriebe von Fortin komfortabel und vergleichsweise einfach fahren – sagt zumindest Henrard, der bei der Rallye Dakar 2003 auf den sechsten Platz vorfuhr. Auch die Reifen und nicht zuletzt der Dieselvorrat werden durch das niedrige Gewicht geschont. So hatte das Dunbee-Team bisher weder einen Platten zu beklagen, noch mussten sie den 200-Liter-Tank allzu oft volltanken. Klingt fast zu schön um wahr zu sein? Wer Benzin im Blut und das nötige Kleingeld hat, findet unter henrard-racing.com alle nötigen Informationen, um 2016 mit „Dunbee“ an den Start zu gehen.

Alle weiteren Infos zur Dakar 2015 unter: dakar.com

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